Bildhauer zeichnen, Maler machen auch Skulpturen, für viele Künstler ist es selbstverständlich geworden, Installationen um ihre oder aus ihren Arbeiten zu bauen.

Grund genug, einmal genau hinzusehen bei einem Künstler und vier Künstlerinnen, die intensiv in beiden Bereichen arbeiten. Gemeinsam ist allen die Beschäftigung mit der menschlichen Figur in einer großen Bandbreite. Alle zeigen die verletzlichen und trotzdem kraftvollen, manchmal komischen, manchmal märchenhaften Eigenschaften ihrer Figuren, ohne sich einer realistischen Abbildlichkeit zu bedienen. Dabei spielt der Raum nicht nur in der Präsentation der Arbeiten eine größere Rolle, sondern er wird konzeptuell mitgedacht durch die Mehransichtigkeit, durch den Schattenwurf, die Ausdehnung des Bildes auf die ganze Wand und in den Raum hinein und durch die im Betrachten provozierte Bewegung des Betrachters.

Anna Stangl (Wien) und Ana Laibach (Mannheim) machen den Betrachter umgebende Installationen aus bemalten Papierbahnen und großen Scherenschnitten. Emö Simonyi (München) bemalt Leinwand und Pappkisten mit großen Leibern, Eckhard Froeschlin (Schwäbisch Hall) bemalt Aluflächen und fertigt große, malerische Pastellzeichnungen, Sybille Onnen (Karlsruhe) zeichnet Figuren in ebensolcher Bewegung wie ihre Keramiken. Alle suchen nach einer umfassenderen Aussage als es in einer Gattung
alleine möglich zu sein scheint.

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